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 Ernährung allgemein
persofit Offline

Amateursportler


Beiträge: 52

14.10.2008 12:02
Kaffee - Gut und Schlecht Zitat · antworten


Dem Kaffee werden immer wieder Wunderwirkungen, zugleich aber auch "giftige" Eigenschaften zugeschrieben.

Kaffee ist ein Genussmittel. Es gibt zwei Arten der reifen roten Kaffee-Kirschen, eine Coffea arabica - kurz "Arabica" genannt und eine Coffea canephora - kurz "Robusta" genannt. Die meisten, der über 700 Aromastoffe im Kaffee und den bräunlichen Farbton, erzeugt die so genannte Maillard-Reaktion, benannt nach ihrem Entdecker, Louis Maillard. Im Kaffee gibt es über 100 Säuren, die zum Aroma beitragen und gewünscht sind, vor allem im "Arabica". Mit 70 Prozent hat die Chlorogensäure dabei den größten Anteil. Starke Röstung erhöht den Säuregehalt noch. "Falsche Säuren" entstehen, wenn man den Kaffee länger auf einer Heizplatte stehen lässt. Er wird dann nahezu ungenießbar. Dem Kaffee werden immer wieder Wunderwirkungen, zugleich aber auch "giftige" Eigenschaften zugeschrieben. Jedoch gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift! In höheren Dosen ist Kaffee ein Nervengift, das manche Pflanzen einsetzen, um sich vor gefräßigen Schädlingen zu schützen. 10 Gramm Koffein können einen Menschen umbringen. Das sind aber mehr als 130 Tassen! Allgemein kann man sagen: für einen Gesunden gelten vier Tassen am Tag als normale, ungefährliche Menge. Sie entsprechen 300 mg Koffein.

Kaffee und Herz-, Kreislaufprobleme

Zittrigkeit, schneller Herzschlag, Bluthochdruck, der länger anhält und eventuell Angst sind erst ab Mengen von schnell hintereinander getrunkenen acht großen Tassen zu erwarten. Das sind 0,5 bis 1 g Koffein. Geringe Mengen sind auch für Hochdruck-Patienten nicht verboten, da der Blutdruck steigernde Effekt nur kurz anhält. Kaffee ist auch nicht die Ursache für eine Bluthochdruck-Erkrankung! Bezüglich des generellen Herz-Kreislauf-Risikos gibt es widersprüchliche Aussagen in Studien. Einige weisen auf eine Erhöhung entzündlicher Botenstoffe, andere auf antioxidative, schützende Eigenschaften hin. Außerdem enthält der Kaffee herzschützende Mineralien. Zudem sind noch zwei weitere Aspekte zu beachten, zum einen den anregenden Effekt auf die Herztätigkeit und die Frage nach der Beeinflussung des Blutfett-Spiegels. 1988 zeigte die norwegische Tromsö-Studie, dass Kaffee-Genuss den Cholesterin-Spiegel ansteigen lässt, der ja, betrachtet man das so genannte LDL-Cholesterin, als Risiko-Faktor für Arteriosklerose gilt. Der Grund war allerdings schnell gefunden und liegt in bestimmten Kaffee-Ölen, die in ungefiltertem Kaffee vorkommen. Dank der Dresdner Hausfrau Melitta Benz haben wir dieses Problem allerdings in unseren Breiten weniger, da sie 1908 aus Ärger über den Kaffeesatz die "Melitta-Filtertüte" erfand. Kaffee-Filter halten diese Öle im Filterpapier, weniger allerdings Expresso-Maschinen. Eine weitere Studie aus Atlanta fand bei 187 Freiwilligen einen Anstieg der freien Fettsäuren im Blut, wenn sie entkoffeinierten Kaffee tranken. Erstaunlicherweise traten die negativen Effekte nur bei Normalgewichtigen auf. Bei Übergewichtigen erhöhte sich dagegen auch das "gute" HDl-Cholesterin. Beleibte Menschen mit einem BMI von über 25 können also weiterhin den entkoffeinierten Kaffee trinken. Eine weitere US-amerikanische Studie aus Boston, die Daten von 150.000 kaffeetrinkenden Frauen über zwölf Jahre auswertete, konnte die Vermutung widerlegen, regelmäßiger, normaler Kaffee-Genuss würde den Blutdruck dauerhaft steigern. Selbst Gichtkranke dürfen, obwohl Koffein eine purinartige Verbindung ist, wieder Kaffee trinken. Aktuelle Studien zeigten, dass Koffein nicht in Harnsäure umgewandelt wird. Bezüglich der anderen dem Kaffee und Koffein zugeschriebenen positiven Wirkungen wie Senkung des Karies-, Allergie-, Altersdiabetes-, Gallenstein- und Krebs-Risikos bedarf es noch vieler weiterer Untersuchungen.

Kaffee und Schlafstörungen

Kaffee gilt als Muntermacher. Das ist auch richtig! Zu beachten ist aber, dass Koffein einen Gewöhnungseffekt hat und man, um munter zu bleiben, eventuell immer höhere Dosen benötigt. Koffein-Tabletten und riesige Kaffee-Mengen können auf Dauer auch schaden. Die Schlaf hemmende Wirkung lässt sich mit zwei Mechanismen erklären. Zum einen hemmt Koffein das Schlafhormon Melatonin, wie eine englische Studie an 16 Freiwilligen zeigen konnte, zum anderen blockiert es im Gehirn den Überträgerstoff Adenosin, der mäßigend auf die Stress-Botenstoffe wirkt. Die Wirkung aufs Gehirn zieht die körperlichen Wirkungen wie Erweiterung von Bronchien und Blutgefäßen, kurzzeitiger Anstieg von Blutdruck und Körpertemperatur, Anregung von Muskeltätigkeit, Wasserlassen und Verdauung nach sich. Die meisten dieser Effekte bewirkt das Koffein, ein so genanntes Purin-Alkaloid, das dem aus der Asthma-Therapie bekannten Theophyllin verwandt ist. Es wurden allerdings auch Fälle beschrieben, in denen das Koffein genau entgegengesetzte Wirkungen, wie verstärkte Müdigkeit und Beruhigung hyperaktiver Kinder zeigte. Diese paradoxen Effekte müssen noch weiter untersucht werden und haben sicher nichts mit verschiedenen Brühzeiten oder längerem Stehen lassen des Kaffees zu tun.

Kaffee, Magen und Sodbrennen

Eine niederländische Studie der Universität Utrecht untersuchte den Einfluss von Filterkaffee auf das Sodbrennen und eine Übersäuerung des Magens. Keinen Einfluss gibt es bei gefülltem, einen gewissen bei nüchternem Magen lautete das Ergebnis. Angeschuldigt werden für die Probleme in Speiseröhre und Magen die verschiedenen Röststoffe und Säuren. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte also einfach ausprobieren, ob ihm die Röststoffe und Kaffee-Säuren etwas anhaben können. Sicher sollte er den Kaffee nicht auf völlig nüchternen Magen trinken.

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